Gyros. Zaziki, Feta. Griechisches Alphabet. Zeus. Küste, schmale Straßen. So stellt man es sich vor. Es gibt so viel mehr.

Mit dem Van nach Griechenland

Nach unserem Abenteuer Albanien (Transalbania) sind wir doch erst einmal über den väterlichen Zöllner erfreut. Man wünscht uns nur das Beste. Wir rollen am Nachmittag in Griechenland in der Nähe von Ioaninna über die Grenze. Suchen mal wieder Wlan, um die Karte zu aktualisieren. Unser altes Navi kann mit dem Kartenmaterial leider nicht Griechenland abdecken. In Griechenland empfängt uns dichter Wald seit Langem wieder. Wie schön. Ein herrlicher Platz mit Sonnenuntergang ist uns für den Abend beschert.

Spontaner Besuch aus UK

Am Morgen wachen wir mit Besuch aus England auf. Ein sehr hipper Mit-Vierziger mit Karohemd und Holzfällerbart führt zwei Windhunde aus. Wir kommen ins Gespräch. Sie kommen aus Kroatien, sind die ganze Nacht durch Montenegro und Albanien gefahren. Wir dachten schon, wir fahren schnell. Er ist freier Designer und arbeitet aus dem Bus in die Welt. Sein Handyinternet ist Businessgrundlage. Der Größenvergleich seines Riesensprinters zu unserm kleinen Büs’chen ist eindrücklich. Eine Wonne dieses geleckte Englisch mit dem Mann.

Mit dem Bulli die griechische Küste entlang – eine Empfehlung

Unsere Reise soll natürlich erst einmal an die Küste gehen. Wie bisher: Autobahn meiden, Mautstraßen auch. Also immer kräftig Umwege fahren, dafür aber mit der wunderbarsten, unverhofften Landschaft. Genau so ergeht es uns auf dem Stück zwischen dem im Land gelegenen Ioaninna und der Ostküste. Erst geht es durch Wälder, dann kleine Dörfer. Es wechseln sich Regen und Sonne ab. Es wird bergig und wir erblicken tiefe, bewaldete Täler. Wir wundern uns über kleine Miniaturkapellen an den Straßenrändern. Trinkwasser finden wir optimal an einer Quelle mit Trinkwasserverweis. Es folgt eine unvergessliche Bergstraße. Oben angelangt haben wir einen mystischen Blick auf die sich ins Tal schlängelnde Straße mit aufsteigendem Nebel und der durchbrechenden Sonne, die Sonnenflecken über die Berge streut. Einfach Wahnsinn. Es ist empfindlich kalt. Unseren Standplatz finden wir ziemlich schön. Steiniger Strand für uns allein, Olivenbäume und das Meer. Wir sind allerdings von der Anfahrt geschlaucht. Essen und Schlafen. Am nächsten Tag wird die Szenerie erst einmal begreifbar. Ein bisschen Sonne tanken und dann los, hier ist es noch zu kalt, Weihnachten rückt aber näher. Sonne, Strand?
Wir schlängeln uns an der Westküste entlang. Meist links Bergflanke, malrot-gelb steinig, mal mit Olivenbäumen. Wir begegnen zwei kleinen Hausschwein-ferkeln. Sie grüßen uns beide synchron mit einem so lässigen Kopfnicken, dass wir uns sehr freuen: „Hey Freunde, gute Fahrt weiterhin, grunz.“

Komische Bekanntschaft aus der Heimat – auch das passiert

Dann kommt eine Situation, die erst schön anfängt und uns dann die Stimmung verhagelt. Wir sehen am Straßenrand einen Unimog-Camper. Dresdner Kennzeichen. Dresdner Kennzeichen?! Anhalten. Man hat uns gesehen, wir treffen uns auf der Straße Olaf und Steffi (?!) kommen in travelfreundlicher Bergoutdoorkleidung aus ihrem LKW-Riesen. Wir unterhalten uns. Ist ja klar. Die Stimmung kippt, als sie uns erzählen, dass ihre Kinder nun von der Schule genommen wurden, wohl gegen die Schulpflicht und bis auf weiteres da auch nicht mehr hingehen werden. Soweit uns erst einmal nix neues, dass es diese Art Aussteiger gibt. Es wird unerträglich als Olaf von Pegida und mit nicht eindeutigen Sätzen versucht, Stimmung zu machen (mir ist der Satz: Bei Pegida laufen Leute mit, von denen können sich manche eine Scheibe abschneiden). Danke, aber nein danke. Wir müssen uns nicht einmal anschauen, um zu wissen, dass wir hier nun verschwinden wollen. Wir würgen das Gespräch ab. Olaf hat aber noch einen. Meine Frage, wie sie es mit der Arbeit machen kontert er, nicht sein Lächeln zu vergessen, mit, wir haben genug gearbeitet und schlau angelegt. Danke Olaf aus DD, nicht der schubertsche Olaf, den ich gern getroffen hätte. Uns trifft, dass die Kinder durch den Freiheitsdrang der Eltern, erst einmal jeglich anderem kontinuierlich sozialen Umgang beraubt sind. Die Einstellung der Eltern mal beiseite gelassen. Wir fahren weiter und hoffen, sie nicht noch einmal zu treffen. Selten hat man diesen Wunsch. Es war zu unangenehm. Man möchte fast Aluhüte verteilen. Wir treffen sie noch einmal. Beinahe hätten wir einen miesen Standplatz genommen, nur, um nicht noch einmal bei ihnen vorbei zu müssen, da sie genau an der Straße stehen. Wir fahren verhalten und zügig vorbei. Der Sonnenuntergang lässt uns die Fassung wiederfinden und wir genießen dieses Schauspiel. Ich genieße durch die Linse der Kamera, Lotte ohne Linsen.

Rio-Andirrio-Brücke mit dem Van

Es kommt die große Brücke in Patras, eine unerwartet hohe Brückengebühr von 20€, aber der Umweg wären fast 500km. Die wissen, warum sie die Brücke hier gebaut haben.
Jetzt geht es straff gen Süden und auf Weihnachten zu. Zeit einen Platz zu finden. Der ergibt sich an der besten Stelle, die uns hätte gegeben werden können. Nach 2km Offroad-Strecke stehen wir an einem verlassenen kies-sandigen Strand, klares Wasser, kein Mensch in der Nähe. Aus der Tür ins Wasser. Es ist das Dreiundzwanzigste Türchen.
Wie wohlig die Wärme ist, wie unfassbar. Wie unweihnachtlich. Ich habe am Abend Sonnenbrand. In der Weihnachtszeit.













Los, eingestiegen, abgefahren. aber HALT. Teil es bitte noch

3 thoughts to “Roadtrip Griechenland – entlang der wunderschönen Küste

  • Ostis

    Liebe Lotte,lieber Meint, wirklich schön, immer mal von euch zu Lesen und zu Sehen.Und wirklich beruhigend, dass es in Europa noch solche Einsamkeiten und Naturbelassenheit gibt. Dass der Mensch nicht alles dominiert u zupflastert ….
    Wir wünschen Euch eine weiterhin schöne Aus-Zeit! Wir freuen uns auf Mehr:))))
    Uns geht es gut, wir feierten heute Carlis 23. Geb., leider ohne sie….aber sie hat ja die beste WG ever;)
    Eure Ostis

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    • Anonym

      Danke für eure Kommentare, es freut uns und es kommt ja gerade einiges an Nachschub
      Liebe grüsse
      Meint

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  • Carola

    Oh, schon wieder Post von Euch-Hurra! Wir sitzen zusammen mit Atlas und Brille und folgen Euren spannenden Reisebeschreibungen. Was für Begegnungen, bis hin zur Ferkelbenanntschaft. Danke auch für die tollen Bilder und habt eine gute Weiterfahrt. Eure Carola und Peter

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