Silvester im Van

Wie kommen wir rüber ins Neue Jahr? Wo, was wollen wir?

Wir wollen nach Kalamata. Die zweitgrößte Stadt der Halbinsel Peloponnes. Hier wird es sicher abgehen. Wir wollen gern uns unter die Leute mischen, nen schönen Abend haben. Ein Restaurant ist besonders für Souflaki und andere griechische Spezialitäten bekannt. Eher im Fritz-Mitte-Style, aber das wollen wir. Leider geht uns langsam das Gas zum Kochen aus und es wurde uns empfohlen, bei Kalamata an einer Raffinerie zu fragen. Das ist Punkt eins, Punkt zwei Einkaufen. Das mit dem Gas wird nichts, auch nicht an einer zweiten Stelle. Müssen wir so hinnehmen. Einkaufen ist im Silvesterwahn Irrsinn, ich erinnere mich an mehrere Szenen. Im Lidl zerfetzte Packungen, Dinge wüst durcheinander. Sekt ist alle. Die Leute sichern, was sie für die entbehrungsreiche Zeit der geschlossenen Geschäfte zu brauchen glauben. Wir fahren in einen zweiten Laden, einheimische Kette. Total anders. Klinisch reine Gänge, alles sortiert, mehr Mitarbeiter als Kunden. Im Glanz des Bodens spiegeln sich die unteren Regalreihen. Es ist mehr eine Apothekenstimmung als ein Einkaufsladen. Aber: Hier gibt es Sekt. Lotte wählt frei nach dem Prinzip, wonach die Einheimischen greifen, kann nicht so verkehrt sein. Super Wahl. Rotkäppchen hat sich noch nicht bis hierher rumgesprochen. Schade. Es geht in die Stadt Kalamata. Auto abgeparkt, Loslaufen. Komisch, machen die sich hier bereit für den großen Ansturm oder machen die Restaurants und Bars dicht? Immer wieder fragen wir uns das beim Blick durch die Fenster.

Stadtrundgang Kalamata – Souflaki o Tsimi

Schauen uns erst einmal in der Stadt um. An sich schön, nicht sehr historisch, dafür scheint es Leben zu geben. Die lange Einkaufsmeile ist im Stil jeder Einkaufsmeile, für uns heute ok. Wir kaufen ein, so so so lang gewünschtes, Stativ. Fragen in der Touri-Info, wo es Null Uhr so richtig abgeht: „Unter dem großen Tannenbaum“. Den finden wir schon mal nicht. Es sind ein paar kleine. Zwischenzeitlich müssen wir meine EC-Karte wieder auffinden, die war auf einmal weg. Erst einmal etwas essen. Oh nein, das Souflaki o Tsimi hat zu. Wir suchen weiter. Das war ein herber Schlag, denn heute wollten wir uns die griechischen Spezialitäten gönnen.

Abendessen an Silvester

Zwei weitere Restaurants machen gerade zu. Es fängt an zu regnen. Leute, es ist Silvester, was ist hier los. Wir finden einen größeren Imbiss. Überraschen die Inhaberin mit unserem großen Hunger und bestellen einmal -fast- alles. Wir freuen uns sehr, doch nicht hungrig ins Bett zu müssen oder am Ende selbst zu kochen. Es ist definitiv zu viel, vor allem Fleisch. Dass ich das mal sage. Aber es schmeckt wirklich gut. Mittlerweile ist aus dem Regen ein Wolkenbruch geworden. Immer wieder kommen klatsch-nasse Auslieferboys und holen Bestellungen ab. Diese quälen sich an Silvester mit ihren kleine übermotorisierten Rollern durch den Regen und Pfützen. Am Ende unseres Mahls fangen wir an zu überlegen, wo wir schlafen wollen. Der Regen vermiest uns den Plan am auf Raketen zu warten. Wir scouten auf Google Earth ein bisschen die Umgebung ab. Zwei Plätze fassen wir ins Auge und entscheiden uns dann für den letzt gefundenen. Mitten im Dunkeln fahren wir durch enge Gassen, das Navi kommt nicht nach, Bergstraße hoch hoch hoch. Irgendwann links ab, noch 500m Schotter und um einen Hügel. Da liegt er unser Platz. Eine kleine Kapelle ziert ihn. Wir parken mit Panoramasicht auf Kalamata.

Der magische Moment

Es ist mir ein Bild, wie es sich wohl für Piloten beim Landeanflug ergibt. Ey, wie schön. Nun Sekt, das Jahr Revue passieren lassen und warten auf Raketen. Null Uhr steigen verhalten hier und da, vielleicht insgesamt so 30 Raketen auf. Möp. Eigentlich sind wir beide nicht die Knaller-typen, aber so ein bisschen funkeln?! Macht nix, hören griechisches Radio und lassen es uns gutgehen. Es ist jetzt 23 Uhr in Deutschland, also noch warten bis man was schreiben kann. Aberwitzig diese Zeitverschiebung und Hokuspokus um die nullte Stunde.




Los, eingestiegen, abgefahren. aber HALT. Teil es bitte noch

2 thoughts to “Roadtrip Griechenland – Silvester

  • Carola

    Endlich hab ich Euch beide auf dem Bild gesehen. Und wieder so schön viel Text-DANKE-da läßt Mama doch glatt Akkordeon und Hausarbeit liegen und liest und liest….(hab gerade rumänische und bulgarische Musik geübt) Ich hoffe, dass auch bei Euch schon viel mehr Sonne ankommt, so wie bei uns gerade. Ab morgen sind wir bei Uli und Annette in Bayern. Wir werden von Euch erzählen. Liebe Grüße Eure Carola

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    • Meint

      Wir freuen uns über so liebe worte und das Verfolgen der Geschehnisse. Liebe grüsse

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