Durch Griechenland mit dem Bulli

Antikes Olympia

Wir verbringen an dem herrlichen Weihnachtsplatz noch ein paar Tage. Nie treffen wir einen Menschen. Lediglich 12 Ziegen besuchen uns dann und wann am Morgen. Unsere Reise soll weiter Richtung Süden gehen. Einen Abstecher ins Landesinnere über das antike Olympia zu Wasserfällen unternehmen wir. Ein wahrer Geheimtip. Wie eigentlich schon so viele Dinge. Aber wir teilen gern. Es geht enge, Fahrradweg ähnliche Straßen bergauf in idyllische Bergdörfchen. Leider alles mittlerweile ohne Einkaufsmöglichkeit.

Griechen – herzlich und gastfreundlich

Wir brauchen noch Brot. In einem Dorf hält ein fahrender Bäcker, also ein Lieferwagen mit losem Brot darin, vor uns. Glück. Schnell raus. Echt gutes Brot. Wir werden von einem jungen Griechen ins Haus gebeten. Auto soll so auf der Straße ruhig bleiben (so, dass keiner durchkann, es wäre egal). Drinnen empfängt uns die ganze Sippschaft: Großvater und Großmutter, Vater mit Frau, Enkel mit Freundin, Freunde der Familie. Es werden uns neben Plätzen Schnaps, erst Rot-, als der leer ist, Weißwein, Feta, Nudeln, Oliven, Brot, Zaziki…angeboten. Wir sollen ruhig reichlich essen. Müssen wir auch, denn vor allem sollen wir trinken. Die Stimmung ist heiter. Total besoffen versucht mein Sitznachbar sich die Jacke zuzuknöpfen. Er steht auf, holt aus dem Nebenraum eine riesige Schrotflinte und geht. Jagen. Waidmannsheil. Irgendwann, nach sicher zwei bis drei Stunden und ziemlich heftig viel Alkohol dürfen wir mit der Freundin des Gastgebers spazieren gehen. Das lüftet das Hirn etwas.

Eskalation zum Feiertag

Als wir wiederkommen. Lautes Scheppern. Berstendes Glas. Unruhe. Der Gastgeber rennt weg. Alle in Aufregung. Wir stehen wie an einem Filmset verunsichert abseits. Man erklärt uns später, der Großvater hätte Ärger gemacht. Wir vermuten die gläserne Schrankwand in Scherben. Danken höflichst und fahren ab. Nehmen den nächsten Platz nach 100m. Alles zu skurril. Wollen nach diesem Vorfall eigentlich am nächsten Tag, bevor alle müden Geister ausgenüchtert, abfahren. Der Ort ist zu schön, die Wasserfälle von so umwerfender Naturschönheit, dass wir bleiben. Waschen Wäsche im kalten Bach und trocknen sie in der Sonne.

Wasserfälle von Stomio

Unser Weg führt nun über kleine Dorfstraßen. Durch Albanien etwas vorsichtig, was kleine Straßen anbelangt, geworden, sind wir erstaunt, dass diese fast durchgehend geteert sind und wir zügig voran kommen. Es geht durch kleine Dörfer mit diesen niedrigen Häusern und Dächern mit erdfarbenen Ziegeln. Hoch und runter. Auf der einen Seite des Tals fahren wir zwanzig Minuten bis zum Bach, um uns auf der anderen Seite wieder 40min hochzuschlängeln. Das winzige Dorf, in dem wir unseren Abzweig zu weiteren Wasserfällen und einer alten Brücke vermuten, übersehen wir fast. Finden es doch und quetschen uns durch engste Gassen. Den eigentlichen Abzweig nehmen wir nicht, er ist ja ausgeschildert. Nein, wir trauen unserem Navi. Oh, mann. Wann lernen wir es. Wir fahren enge Gassen runter, steil runter, zu steil. Die Gasse öffnet sich nach links, es geht hinunter ins Tal. Der Weg ist nur etwas breiter als der Bus. Wir müssen Wenden. Definitiv. Finden nur eine Stelle, wo das möglich ist. Schaffen auch das. Nun aber diese engen Gassen mit Schwung im ersten Gang hoch, keine der weißen Fassaden Streifen und nicht stehen bleiben. Anfahren wäre zwecklos. Rückwärts auch. Wir sind oben angekommen. Wieder mal mit hohem Puls. Nehmen dann doch den ausgeschilderten Abzweig ins Tal. Eine steile Schotterpiste bringt uns bis an die Talsohle. Tip top. Die Wasserfälle von Stomio, die wir erwandern, sind wie aus dem Reiseprospekt und die untergehende Sonne leuchtet alles wunderbar gelb aus. Finden unseren Stellplatz auf einer Anhöhe am Weg mit super Aussicht. Wir nutzen das schöne Gebiet zum Wandern und bleiben auch hier länger als gedacht. Gut so.



















Los, eingestiegen, abgefahren. aber HALT. Teil es bitte noch

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