Roadtrip Griechenland

Hoch über Kalamata – ein Lieblingsplatz

Dieser Platz von dem Silvesterabend hat es uns angetan. Wir bleiben hier, immer wieder wundervoll der Blick. Der Tag zeigt, dass nicht nur die Stadt zu sehen ist, sondern Berge, Schneegipfel, das Meer, die kleine Kapelle. Wunderbar. Einfach selbst gefunden.

Gasversorgung Griechenland – nicht einfach

Wiederholte Anfragen bei den uns empfohlenen Gasauffüllstationen zeigen nur, mit einer deutschen 5kg-Flasche ist es ohne Adapter eine schwere Geburt. Dafür treffen wir dabei eine schweizer Familie aus Zürich. Wir kommen über die bald kalten Mahlzeiten bei der Gasversorgung ins Gespräch. Sie freuen sich, dass wir Schweizerdeutsch verstehen und sie sich nicht verstellen müssen. Urs und seine Frau mit Tochter sind für ein paar Monate unterwegs. Gern wollen sie in den Iran, doch überwintern wollen sie, wie viele, auf Kreta. Sie fahren von Klettergebiet zu Klettergebiet und hoffen auf Sonnenstunden und trockenen Fels. Es ist ein so herzliches Gespräch und wir tauschen viele Erfahrungen aus. Sie fragen wir auch, wie sie es mit ihrer Arbeit und Schule der Tochter halten (hatten wir bei Olaf und Steffi aus DD auch gemacht, lest mal). Uns überrascht ihr weitsichtige und demütige Art, dass sie ein Privileg genießen, sich frei nehmen zu können und die Tochter zwar gegen einige Regularien aus der Schule genommen haben. Sie sich aber alle Mühe geben, Hausschule zu betreiben. Dafür gibt es eine Lehrermütze, wenn diese aufgesetzt ist, wird Schule gemacht und wenn sie abgesetzt ist, sind die Eltern wieder Eltern. Einfach ist das sicher nicht. Sie haben es so eingefädelt, dass die Tochter (vielleicht 12 Jahre alt) danach wieder in der Klassenstufe einsteigt, bei der sie aufgehört hat, effektiv also nichts verpasst, nur vielleicht älter und um Erfahrungen reicher wieder einsteigt. Es tut so gut nach dem so unangenehmen Gespräch mit den Dresdnern, Urs und Family zuzuhören. Sehr angenehm. Die Tochter schreibt übrigens gerade an einem eigenen Buch. What. Ja! Und es klang nicht nach irgendwie Kinderkram. Sie hatte sich ein Konzept mit Rollen ausgedacht, Handlungsstränge und schrieb emsig während wir mit den Eltern sprachen. Kam nur manchmal raus, um die Eltern mal zu berichtigen, wenn diese die Situation falsch erklärten. Sympathisch. Nach zwei Stunden Gespräch auf einem unscheinbaren Parkplatz, gegenseitigen Hausbesichtigungen, verabschieden wir uns und freuen uns über eine so schöne Begegnung. Denn daran fehlt es uns derzeit schon. Kontakt zu anderen Reisenden, Einheimischen, wer auch immer. Wir sind oft im Niemandsland, versuchen nicht aufzufallen, reisen zur Offseason, da ist es schön, so etwas wie gerade eben zu erleben. Unser Weg soll uns noch einmal aus Kalamata heraus Richtung Osten führen.

Ochsenbauchbucht und Kontakt mit dem Securitydienst

Ungewollt bei den Schönen und Reichen

Die sogenannte Ochsenbauchbucht wollen wir sehen. Zu weit ist diese für den heutigen Tag entfernt. Am vermeintlichen Stellplatz, wieder mit Wasserfällen, ereigneten sich vor uns aber zwei Autoeinbrüche und dies wäre oft der Fall laut Polizei. Unangenehm. Wir helfen einem Pärchen aus Deutschland mit Besen und Tüte die Scherben ihrer Seitenscheibe einzusammeln. Für sie bedeutet es heute noch zur Polizeistation zu fahren, alles zu erzählen, dann einen neuen Mietwagen in einer anderen Stadt zu bekommen und dann, wieder in anderer Richtung liegend, ihre Unterkunft anzusteuern. Johanna und ihr Freund nehmen das mit dem Mietwagen gelassen. Sagen, es wäre mal ein Abendteuer. Das stimmt. Für uns gab es da andere Abendteuer und dieses wollen wir gern auslassen. Wir fahren doch gleich bis in die Nähe der Ochsenbauchbucht, an Polos vorbei. Lotte findet einen wunderbaren Stellplatz. Wir bekommen sogar Wlan von der geschlossenen Strandbar. Es ist herrlich. Das Meer wird nur durch den Strand von uns getrennt und es gibt Süßwasserduschen. Wie sich doch verschiebt, was für einen wichtig ist. Der Platz gefällt uns, wir bleiben. Sehen riesige Wellen, Unwetter ziehen über uns hinweg, Surfer kommen und gehen. Im Sommer sicher ein wahrer Hotspot. Eine Strandwanderung führt uns in eine Problematik: Wir können am Strand einen Fluss nicht queren ohne die Schuhe auszuziehen. Es ist aber kalt und wir haben da keinen Bock drauf. Auf der Karte sehen wir, dass durch die angrenzende Feriensiedlung ein Weg verläuft. Wir gehen auf die Strandpromenade, private Property. Mann mann mann. Es wird urkomisch. Wir, in Regensachen, grellbunt, an einem regnerischen Tag, laufen schnurstraks in ein Feriendomizil der Schönen und Reichen. Es ist niemand da. Kleine ete-petete Wege führen immer wieder von Gebäude zu Gebäude. Wir finden keinen Ausgang, haben aber sehr viel Spaß, fühlen wir uns doch weder als das übliche Klientel noch als Einbrecher. Springbrunnenanlagen, Pools, Gärten…Blabla. Wir wollen eigentlich nur über den Fluss. Laufen also unseren gewünschten Weg. In einem Kreisverkehr begegnet uns ein Golfcar. Es dreht eine weitere Runde, wir wollen uns gar nicht verstecken. Es holt uns ein. Security. Was machen wir hier, wer sind wir. Immer wieder, it’s private, you can’t be here. Aber hier standen wir ja und fanden das überzogen und urkomisch. Aber die ließen nicht locker. Wir sollen da bleiben. Er managte das Gespräch während uns seine weibliche Securitybegleitung durch ihre große Hipsterbrille musterte. Wie im Film. Mir vergeht langsam die Laune, wir wollen doch hier einfach nur raus. Ja, der Supervisor soll entscheiden. Er käme jetzt. Dann sehen wir weiter. Ok. Dein Land, deine Regeln. Wir wollen ja keinen Stunk, nur behandeln sie uns, als würden wir mit Strumpfmasken und nicht roter und gelber Regenjacke mit zugehöriger Regenhose und farblich grell abstrahlendem Regencape des Rucksacks hier rumstehen. Ok. Warten. Es kommt ein älterer, noch glaubwürdigerer Mann. Er gibt uns erst einmal die Hand. Mit seinem Dacia Duster mit Suchscheinwerfer und allerlei Walkie-Talkies chauffiert uns der Supervisor in Begleitung des Golfcars aus dem Hochsicherheitstrakt des Best Western ***** (Fünf Sterne Luxury Resort) für günstige 350€ die Nacht im DZ mit Frühstück, Sauna, Angeln, Fitness und vor allem Golfplatznutzung leider trotzdem noch gegen Gebühr. Ach ne, sorry, Fitness ist dabei. Wir danken freundlich. Als wir wieder auf freiem Fuß sind können wir nicht mehr vor Lachen und Bestürzung, wie ernsthaft man uns als Gefahr eingestuft hat. Es ist definitiv nicht unser Ferienort. Wissen jetzt wie es drinnen aussieht. Aber pscht. It’s private. Die Kommentare auf Booking von Friedhelm und René aus Deutschland sind sehr positiv und erwähnen lobend das Frühstück, die Gartenanlage und den outstanding Strand. Nicht zu vergessen die Kinderanimation. Es sind Welten. Alter Schwede.

Ochsenbauchbucht

Dafür finden wir die Ochsenbauchbucht und die ist richtig schön. Es hört sogar kurz auf zu regnen, sodass wir einen Tee trinken können. Durch eine kleine Öffnung zwischen zwei Bergflanken strömt hier das Meereswasser und die Wellen werden gebrochen und gebeugt, sodass sie nahezu halbkreisförmig auf eben diesen Strand treffen. Warum das jetzt Ochsenbauch heißt, müsste man mal mit einem Bild von beiden klären -dem Bauch eines Ochsen und der Bucht. Auch das Gebiet ist für Einbrüche bekannt und wir sind froh wieder verschont geblieben zu sein. Die Regentage lassen alles klamm werden. Das Resultat merken wir an anfangendem Schimmel der Dinge, die nicht in Kisten sind. Das Hochdach des Busses sammelt dabei die Wärme, damit die Feuchtigkeit und wenn es kalt wird, kommt es wie es kommen muss, es wird nass. Wir kehren nach Kalamata an unseren Platz zurück, alles raus aus dem Bus, lüften, trocknen, ordnen, besser verpacken. Ab jetzt, aller drei Tage Fächer im Hochdach ausräumen, lüften.
Wir merken immer mehr, wie das gewünschte Wetter ausbleibt: Sonne. Es ist zwar mit 8 – 12°C im Vergleich zur Heimat warm, aber was nutzt das, wenn es oft stürmt und/ oder regnet. Ein Blick auf die Europawetterkarte zeigt Bulgarien mit Minusgraden und durchweg Sonne. Wir sind aber im aller südlichsten Zipfel Griechenlands. Wir fahren nun also entlang der Ostküste Richtung Norden, sehen ein Schiffswrack, die Verladung von riesigen Windgeneratoren auf Schiffe, Camper an den Hafenkanten, schlängelnde Küstenstraßen, erleben schwere Unwetter mit Hochwasser und müssen selbst durch tiefes Wasser fahren. Es ist schön, eine neue Richtung zu kennen, aber bewegen uns nur langsam 100 – 150km pro Tag in diese.

Gasflasche auffüllen – klappt in Griechenland doch noch

In Nafplio bekommen wir endlich Gas an einer Tankstelle. Der Tankwart nimmt es mit der Befüllung nicht so ernst, scheint es. Denn er gibt die Füllmenge in die Flasche, die maximal hineingehört (80%), wenn diese komplett entleert ist. Das ist selten der Fall und unsere ist nicht leer. Wir besitzen keine Waage, damit kann man das gut überprüfen, aber nachgerechnet kommt eine erhöhte Füllung heraus. Das ist besonders, wenn es warm wird und das Gas sich ausdehnen muss ein Gefahrenpotenzial. Ablassen ist die Lösung. Für uns verbrauchen, das geht zügig, wenn wir jeden Tag zwei Mahlzeiten kochen, Tee machen. Ich schreibe diesen Artikel im Nachhinein und kann glücklicherweise sagen, es ging alles gut. Das nächste Mal besser aufpassen, was abgeht. Man muss aber echt von allem einen Plan haben.
Beim Tanken passierte übrigens selbiges. Der Tankwärter ist natürlich besorgt, uns zu wenig zu tanken und meint es gut. Einer meinte es so gut, dass sich eine Pfütze unterm Auto bildete. Danke. Schön ist das weder für Umwelt noch uns, denn der Lack quittiert das irgendwann mit Rost und den hatten wir erst mühevoll beseitigt.














Los, eingestiegen, abgefahren. aber HALT. Teil es bitte noch

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